Zuchtbestimmungen

ZUCHTBESTIMMUNGEN ÖSTERREICHISCHER KURZHAARKLUB

 A) ALLGEMEINE BESTIMMUNGEN:

Für die Zucht gelten grundsätzlich die Eintragungsbestimmungen des Österreichischen Kynologenverbandes (ÖKV), sofern diese nicht durch die nachfolgenden Bestimmungen eingeschränkt werden.

Welpen werden nur dann in das Österreichische Hundezuchtbuch eingetragen und können den Abstammungsnachweis erhalten, wenn die Bedingungen dieser Zuchtbestimmungen vollständig erfüllt worden sind.

Hundebesitzer, die ihren ordentlichen Wohnsitz in Österreich haben und mit ihren Hunden züchten wollen, müssen Mitglied des Österreichischen Kurzhaar-Klubs sein, die zur Zucht verwendeten Hunde müssen im ÖHZB eingetragen sein. Die gleiche Bestimmung gilt auch für Hunde, die aus dem Ausland stammen. Für den Zuchteinsatz dieser Hunde ist die Zustimmung des Zuchtwartes einzuholen, sie müssen HD-frei (HD-A, HD-B) sowie ED/OCD- frei sein.

Wird bei einem Hund bis zum Ende des zweiten Lebensjahres nachweislich Epilepsie festgestellt, hat der betreffende Züchter diesen Hund innerhalb eines Jahres mit einem Deutsch-Kurzhaarwelpen zu ersetzen.

Alle Hunde, die zur Zucht verwendet werden sollen, müssen als Grundvoraussetzung die Anlagenprüfung (Derby) und ein Mindesterfordernis bei der Feld- und Wasserprüfung (Solms) nachweisen können. Sie müssen in dem Jahr, das dem Wurfdatum folgt, unbedingt zur Anlagenprüfung geführt werden, sofern sie vor dem 1. Oktober des Wurfjahres gewölft worden sind. Hunde, die ab 1. Oktober geworfen worden sind, müssen erst im übernächsten Jahr zu einer Anlagenprüfung geführt werden.

Vor jeder Paarung ist mit dem Zuchtwart zwecks Information und Beratung Rücksprache zu halten. Im Besonderen ist bei beabsichtigten Inzestpaarungen (Bruder-Schwester, Vater-Tochter, Mutter-Sohn) der Zustimmung des Zuchtwartes vor dem Deckakt einzuholen.
Eine Nichtbeachtung dieser Informationspflicht bewirkt, dass der betreffende Wurf weder auf der Homepage des ÖKK veröffentlicht noch in den Kurzhaarnachrichten beworben wird.

Der Formwert aller Hunde, die zur Zucht verwendet werden sollen, muss bei einer Klubzuchtschau, nationalen oder internationalen Ausstellung festgestellt worden sein.

Gegen wissentlich unrichtige Angaben bei Klubveranstaltungen behält sich der ÖKK entsprechende Schritte vor. Schadenersatzansprüche gegen den ÖKK oder einzelne Ausschussmitglieder sind ausgeschlossen, wenn sie von Maßnahmen der Zuchtbestimmungen abgeleitet werden.

 B) KENNZEICHNUNG DER WELPEN:

Alle DK-Welpen müssen gemäß der gesetzlichen Verpflichtung mittels Chip gekennzeichnet werden. Zusätzlich sind alle DK-Hunde wird innerhalb der 7. und 8. Lebenswoche von einem ÖKK- Wurfkontroller gegen Vorlage des Abstammungsnachweises zu kontrollieren.
Es dürfen nur Welpen abgegeben werden, die geimpft und gechippt sind und die die achte Lebenswoche vollendet haben.
Importhunde müssen ebenfalls mittels Chip gekennzeichnet werden.

 C) ZUCHTZULASSUNG:

Rüden und Hündinnen müssen am Decktag ein Mindestalter von 18 Monaten erreicht haben, einen Formwert mindestens von „sehr gut“ bei vollständiges Scherengebiss aufweisen, HD-frei (HD-A, HD-B) sowie ED/OCD frei sein. Winsler oder ängstliche Hunde sind von der Zucht ausgeschlossen !

Voraussetzungen Allgemeinzucht – Rüden und Hündinnen:
Anlagenprüfung (Derby) mindestens 90 Gesamtpunkte bei der Feldarbeit, jedoch nicht unter Urteilsziffer (UZ) 2 in den Prüfungsfächern Nase, Suche, Vorstehen, An- bzw. Nachziehen.
Feld- und Wasserprüfung (Solms) 3. Preis.
Rüden müssen den Nachweis der jagdlichen Eignung erbracht haben.

Voraussetzungen Leistungszucht – Rüden und Hündinnen:
Anlagenprüfung (Derby) mindestens 90 Gesamtpunkte bei der Feldarbeit, jedoch nicht unter Urteilsziffer (UZ) 2 in den Prüfungsfächern Nase, Suche, Vorstehen, An- bzw. Nachziehen.
Feld- und Wasserprüfung 1. Preis oder Feld- und Wasserprüfung und Vollgebrauchsprüfung bestanden.
Rüden und Hündinnen müssen den Nachweis der jagdlichen Eignung erbracht haben.

Zur Erbringung der erforderlichen Leistungen sind maximal 2 Versuche möglich.

Rüden dürfen in den ersten zwei Zuchtjahren (1. Oktober bis 30. September des Folgejahres) höchstens viermal pro Zuchtjahr zum Decken verwendet werden.
Nach erfolgtem Deckakt ist die Deckmeldung mit Kopie des Abstammungsnachweises ohne Verzug dem Zuchtwart zu übersenden.
Die Zuchtverwendung eines Rüden, der die erforderlichen Bedingungen nicht erfüllt hat und daher nicht in die Rüdenliste aufgenommen wurde, ist nicht gestattet.

Bei Auslandspaarungen müssen die Deckrüden den Zuchtbestimmungen des Mutterlandes Deutschland (DK-Verband) entsprechen um in der Allgemeinzucht eingesetzt werden zu können.

Es wird den Besitzern von Deckrüden empfohlen, diese bei den jährlichen Zuchtschauen vorzuführen.

Der Rüdenbesitzer hat sich vor dem Deckakt zu vergewissern, ob die Hündin die in den Zuchtbestimmungen geforderten Mindestleistungen erbracht hat und zuchttauglich ist, das heißt, den Stempel „zuchttauglich“ auf dem Abstammungsnachweis hat. Widrigenfalls verliert der Rüde die Zuchtqualifikation und wird aus der Deckrüdenliste gestrichen.
Hündinnen dürfen nur einmal pro Zuchtjahr (1.Oktober bis 30.September des Folgejahres) zur Zucht verwendet werden.

 D) ZUCHTANKÖRUNG:

Alle Hunde, die zur Zucht verwendet werden sollen, müssen an der Zuchtankörung teilnehmen. Über die Zuerkennung der Zuchttauglichkeit entscheidet die Zuchtankörung. Nach erfolgreichem Bestehen und Erfüllung aller vorgenannten Zuchtvoraussetzungen wird in den Abstammungsnachweis des Angekörten Hundes der Vermerk „zuchttauglich“ eingestempelt, der Hund ist zum Zuchteinsatz berechtigt.

Der Zuchthund kann wieder abgekört werden, wenn in seiner Nachkommenschaft wiederholt Erbfehler aufgetreten sind.

Zulassungsbestimmungen zur Zuchtankörung:

Zur Zuchtankörung sind nur Hunde zugelassen, die eine Formwertbeurteilung sowie eine Anlagenprüfung und Feld- und Wasserprüfung mit den in den Zuchtbestimmungen angeführten Mindesterfordernissen aufweisen. Die Unterlagen sind bei der Anmeldung zusammen mit dem Abstammungsnachweis vorzulegen. Eine Formwertbeurteilung kann in Ausnahmefällen gegen Erlag der dreifachen Nenngebühr im Rahmen der Zuchtankörung bei der Zuchtschau erfolgen.
Rüden werden erst mit Erreichung der Leistungszuchtqualifikation in der Rüdenliste im Internet und Kurzhaarnachrichten mit Foto veröffentlicht.

Über die Anzahl der Welpen, die aufgezogen werden sollen, entscheidet der Züchter in Eigenverantwortung. Er muss bei seiner Entscheidung auf die Gesundheit der Mutterhündin und der Welpen Rücksicht nehmen und soll außerdem auch die Absatzmöglichkeit berücksichtigen.
Werden mehr als acht Welpen aufgezogen und eingetragen, wird ab den neunten einzutragenden Welpen die 4fache Eintragungsgebühr eingehoben.

Die Züchter sind verpflichtet, die Wurfmeldung sowie Original Abstammungsnachweis der Hündin und Zwingerkarte innerhalb von zwei Wochen nach dem Wurftag mit einer Beschreibung der Welpen (braun, Braunschimmel, Schwarzschimmel) und den Namen der Welpen, an den Zuchtwart zu senden. Dies ermöglicht dem Zuchtwart, die Abstammungsnachweise bis zum Zeitpunkt der Wurfkontrolle dem Züchter zu übermitteln. Nach Erhalt der Abstammungsnachweise kann der zuständige Wurfkontroller des ÖKK verständigt und ein Kontrolltermin vereinbart werden.
Bei genauer Einhaltung dieser organisatorischen Neuerung können die Welpen schon mit den Abstammungsnachweisen abgegeben werden.

 E) ZUCHTAUSSCHLUSSGRÜNDE:

  1. Hunde, die ihre Leistung nicht mindestens im zweiten Anlauf erbracht haben.
  2. Epileptische Hunde sowie Hunde mit Schulterschäden, Hüftgelenksdysplasie sowie mit groben Mängeln im Geschlechtstyp.
  3. Hunde mit Wesensmängeln: angedeutete Schussempfindlichkeit bis Schussscheue, ängstliche, milieuscheue, nervöse Hunde, Angstbeißer, Hunde die Angst vor lebendem Wild haben (mangelnde Wildschärfe), Winsler und gewitterscheue Hunde.
  4. Hunde, die nicht HD-frei (HD-A, HD-B) sowie ED/OCD-frei sind.
  5. Hunde, deren Eltern unsere Zuchtvoraussetzungen nicht erfüllen.

 F) HD- und ED/OCD-UNTERSUCHUNG:

An der Tierärztlichen Hochschule oder bei einem Tierarzt ist ein Röntgenbild des Hundes anzufertigen. Auf dem unter Narkose des Hundes gemachten Bildes im Format 30cm x 40cm sollen bei gestreckten und gut eingedrehten Hintergliedmaßen das vollständige Becken und die beiderseitigen Oberschenkel bis einschließlich der Kniegelenke gut sichtbar sein.

In das Bild müssen mit eingeröngt werden (d.h. das Bild muss vor dem Röntgen in der Dunkelkammer beschriftet werden):

  1. der vollständige Name des Hundes,
  2. das Wurfdatum des Hundes, (Gew. am ….. oder gew. ….),
  3. ÖHZB-Nummer (DK-Nummer).

Die HD und ED/OCD-Untersuchungen müssen von der Tierärztlichen Hochschule Wien durchgeführt und befundet werden.
Es ist auch möglich, die Befundung bei Dr. Wolfram Lemmer, D-35085 Ebsdorfergrund-Heskem, Bogenweg 10 durchzuführen.

Diese aktualisierten Zuchtbestimmungen des Österreichischen Kurzhaarklubs sind seit Beschluss durch den Vereinsausschuss in der Sitzung vom 5. Juli 2014 gültig

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